Die Kanonen im Freilichtmuseum

Das Freilichtmuseum präsentiert in Rahmen seiner Ausstellung den originalgetreuen Nachbau von 4 unterschiedlichen Kanonenmodellen aus der Zeit, als diese Anlage in Funktion war.

Durch den unermüdlichen Einsatz von Helmut Weikert (Holzbau) und Helmut Stille (Metallbau) konnten die 4 Kanonen gebaut werden und dienen nun als Anschauungsobjekte, die zeigen, wie die Burganlage verteidigt werden konnte.

Die Erbauer Helmut Weikert und Helmut Stille an ihrem ersten Kanonennachbau, dem Feldgeschütz
Die Erbauer Helmut Weikert und Helmut Stille an ihrem ersten Kanonennachbau, dem Feldgeschütz

1. Kanone

Das Feldgeschütz vor dem Ständehaus
Das Feldgeschütz vor dem Ständehaus

Nachbau eines Feldgeschützes mit glattem Rohr, Kaliber 69 (6,9 cm)
Standort: vor dem Ständehaus der Rodenberger Burganlage
Nachbau der Schwarzpulver-Kanone Anfang 2007.
Die Zeichnung wurden nach einem Modell des Kanoniers Gerhard Voss, Bückeburg von Helmut Stille angefertigt. Er baute auch Rohr und Beschläge, die Lafette baute Helmut Weikert
Die Räder sind eine Spende vom Hofcafe Bruns aus Hohnhorst, sie stammen von einem Militärfahrzeug aus dem 1. Weltkrieg und wurden durch Konrad Matthias und Paul Dammann aus Helsinghausen vermittelt. Die passende Achse für die Räder hatte Karl-Heinrich Wulf, Grove/Rodenberg

2. Kanone

Das Festungsgeschütz von 1600
Das Festungsgeschütz von 1600

Nachbau eines Festungsgeschützes, Kaliber 90 (9 cm) um 1600
Standort: im Eingangsbereich der Bastei
Die Rohrlänge beträgt 2 m und es wird von einer Blocklafette auf 4 Rädern getragen.
Der Nachbau stammt aus dem Frühjahr/Frühsommer 2007
Bau der Lafette: Helmut Weikert
Rohr und Beschläge: Helmut Stille.

3. Kanone

Die aufwendige Konstruktion der HInterladerkanone aus dem 15. Jahrhundert
Die aufwendige Konstruktion der Hinterladerkanone aus dem 15. Jahrhundert

Nachbau einer Hinterladerkanone aus dem 15. Jahrhundert.
Standort: auf der Bastei in Richtung Osten
Die Grundlage des Nachbaues war der Fund eines 50cm großen Ladestücks bei den Ausgrabungen der Bastei. Als Vorlage für den Nachbau der Kanone diente ein erhaltenes Original eines derartigen Hinterladers auf der Burg Schweinsberg bei Marburg, die auf einer Abbildung in der Burgenzeitung entdeckt wurde. Helmut Stille reiste deshalb im Februar 2008 nach Marburg, und wurde vom Burgherrn Freiherr von Schenk freundlich empfangen und durch die Burganlage geführt. Nach 3 Stunden hatte Helmut Stille mit Zollstock und Bleistift, Rohr, Lafette und alle Einzelteile zu Papier gebracht und fotografiert. So konnte er auch hier detaillierte Bauzeichnungen anfertigen.
Die für diese Kanone extrem aufwendige Lafette baute ebenfalls Helmut Weikert und Helmut Stille zeichnete für den Metallbau verantwortlich. Metallbau Beissner unterstütze den Bau durch die Anfertigung von Beschlägen. Die Aufstellung dieser Kanone erforderte ganzen Einsatz, der dankenswerterweise durch den Einsatz des Krans der Firma Dachdecker-Hartmann ermöglicht wurde.
Das besondere dieser Kanone ist neben der Hinterladerfunktion, die Schwenklafette. Die Kanone steht ortsfest an ihrem Standort und ist über zwei Achsen schwenkbar. Ihr Standort war oben auf der Befestigung und es wurde damit nach „unten“ geschossen.

4. Kanone

Die Falkaune
Die Falkaune

Nachbau einer Falkaune (leichte Kanone) aus dem Kriegsbuch des Reinhard von Solms (1556).
Kaliber 75 (7,5 cm) – die Kugeln hatten ein Gewicht von 4-6 Pfund mit rund 3 Zoll Durchmesser.
Standort: im Rundturm des Freilichtmuseums
Der Originalstandort eines ähnlichen Exemplars ist auf der Festung Wilhelmstein im Steinhuder Meer. Der Inselvoigt Michael Zobel gestattete freundlicherweise Helmut Stille die Kanone genau zu vermessen und zu fotografieren, damit er eine entsprechende Bauzeichnung anfertigen konnte.
Im Herbst 2008 baute Helmut Weikert die Holzlafette und Helmut Stille Rohr und Beschläge.

Hinweis:

Aus Sicherheitsgründen sind die Kanonen so gebaut, dass man heute damit nicht schiessen kann, und auch wenn die Rohre nach massivem Eisen aussehen, so sind sie doch aus Materialien gebaut, die Metalldieben die Lust am Diebstahl vergehen lassen.

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