Halloween – All Hallow’s Eve

Bald ist es wieder so weit, am 31. Oktober ist Reformationstag – oder Halloween …

Was hat es denn überhaupt mit diesem Halloween-Brauch auf sich?

Der Halloween-Brauch geht auf das alte irisch-keltische Fest „Samuin““ zurück, in dessen Mittelpunkt die Kommunikation der Lebenden mit der Anderwelt stand. Im Frühmittelalter wurde an diesem Tag das Fest „Allerheiligen“ eingeführt, das dem Halloween-Fest auch seinen Namen gab: An „All Hallow’s Eve“ oder „All Hallow’s Evening“, also dem Vorabend des Allerheiligenfestes, gedachte man der Verstorbenen. Die irischen Einwanderer führten den Brauch im 19. Jahrhundert in den USA ein. Statt aus Rüben wurden die Geisterfratzen dort bald aus Kürbissen geschnitzt, auch die so genannten Heischegänge der Kinder mit ihrem Ruf „trick or treat“ (Geschenk, sonst gibt es einen Streich) nahmen hier ihren Anfang.

Und der Reformationstag ?

Laut der Überlieferung soll der Mönch und Theologieprofessor Martin Luther am Tag vor Allerheiligen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg 95 Thesen zu Ablass und Buße angeschlagen haben, um eine akademische Disputation herbeizuführen.

Am 1. Februar 2007 war dazu folgende Meldung bei mdr.de zu lesen: Wissenschaftler aus Jena haben offenbar einen neuen Beleg für Martin Luthers Thesenanschlag gefunden. Die „Thüringer Allgemeine“ schreibt, in der Bibliothek der Friedrich-Schiller-Universität sei eine Notiz des Luther-Assistenten Georg Rörer gefunden worden. Im Unterschied zu anderen Berichten über den Thesenanschlag stamme sie noch aus Luthers Lebzeiten. Der Thesenanschlag an der Wittenberger Schlosskirche gegen den Ablasshandel gilt als Beginn der Reformation. (Quelle: http://www.mdr.de)

Bereits im Reformationsjahrhundert finden sich vereinzelte Jahresfeiern. Zunächst wurden auch der 10. November (der Martinstag) oder der 18. Februar (Luthers Geburts- bzw. Todestag) als Gedenktage gefeiert; zudem galt der 25. Juni als Tag der Augsburger Konfession als Festtag. Kurfürst Johann Georg II. von Sachsen setzte 1667 den 31. Oktober an, welcher sich dann in den meisten Ländern durchsetzte.

Damit haben wir also seit dem 17. Jahrhundert die zwei Gedenktage der beiden christlichen Konfessionen hintereinander, an deren Übergang eine aus dem keltischen übernommene, sogar noch ältere Tradition steht.

Ein Aspekt vom heutigen Halloween ist da jedoch, der ist wirklich neu. Christiane Cantauw, Volkskundlerin vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) sagt dazu:

Das Halloween-Fest hat heute eine nicht zu übersehende kommerzielle Komponente, dazu gehören Filmproduktionen, Dekorationsartikel, öffentliche Partys, besondere Angebote von Freizeitparks oder spezielle Angebote von Süßwarenherstellern. Da Halloween nicht auf eine bestimmte Region beschränkt ist, sondern sich in ganz Europa ausbreitet, eignet es sich noch mehr als andere Bräuche zur Vermarktung. „Insgesamt entspricht der Halloween-Brauch einem wachsenden Bedürfnis nach öffentlichen Bräuchen mit hohem ‚Spaßfaktor‘, die noch nicht durch ein genau einzuhaltendes Zeremoniell festgelegt sind. Auch die Tatsache, dass das Fest in die ansonsten relativ braucharme Zeit zwischen Spätsommer und Advent fällt, hat sicherlich zu seiner guten Aufnahme auch in Westfalen beigetragen“.

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