Der 28.04.2005 …

… war ein sonniger Tag als in der Mittagszeit plötzlich die Sirenen heulten und sich aus allen Richtungen Feuerwehrfahrzeuge auf den Weg nach Rodenberg machten. Ein Blick ließ schnell den Grund erkennen : eine schwarze Rauchsäule stieg kilometerweit sichtbar über dem Alten Rodenberg auf.  „Jetzt brennt unser Wahrzeichen ab “ – sagten die vielen Rodenberger bei dem Anblick. Während Reparaturarbeiten der Mühlenkappe war ein Feuer entstanden. Daß Schlimmeres verhindert wurde, verdanken wir dem raschen Eingreifen der Kameraden und Kameradinnen der Rodenberger Feuerwehr sowie allen Feuerwehren der umliegenden Orte.

Freuen wir uns also, daß alles ein glimpfliches Ende gefunden hat und unsere Mühle sich nach der aufwendigen Sanierung als Ausflugsziel mit herrlicher Weitsicht größter Beliebtheit erfreut.

Einige Fotos dazu könnt Ihr auf unserer Galerie anschauen und unter Audio bekommt Ihr einen kurzen geschichtlichen Einblick wie die Rodenberger zu ihrer Windmühle kamen.

 

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Vivat ….

…. riefen Hunderte Rodenbergerinnen und Rodenberger und schwenkten begeistert die Rodenberger Stadtfähnchen als Graf Ernst zu Holstein-Schaumburg, angeführt vom berittenen Fanfarenzug Freckenhorst, mit seinem hochwichtigen Gefolge  auf der Museumsinsel eintraf.

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Eindrucksvoll wurde von der Laienspielgruppe Soldorf in prächtigen mittelalterlichen Kostümen die Verleihung der Stadtrechte nachgespielt.

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Nach dem Festakt, dessen Höhepunkt die Verlesung und feierliche Übergabe der Stadtrechtsurkunde war, lud Bürgermeister Ralf Sassmann ein,  gemeinsam mit dem Pferdekorso, den Gästen sowie den Vertretern der Vereine mit ihren Fahnen zu den historischen Stadttoren zu ziehen und bei Freibier den Abend ausklingen zu lassen.

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„Wir machen das Licht an “ – unter diesem Motto wurde im festlichen, wenn auch etwas unüblichem Rahmen am 18.04.2015 das Festjahr der Stadt Rodenberg eingeläutet.Eindrucksvolle Bilder unter „Galerie“ lassen diese gelungene Veranstaltung noch einmal Revue passieren.

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Zum Osterfeuer …

… gehen wir in diesem Jahr leider nicht !

Aber hören wir doch stattdessen mal in die unheimliche Legende um den „Mordmichel“ hinein.

Wir wünschen, trotz der derzeitigen Umstände, entspannte und sonnige Ostern !

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Gegen die Langeweile …

… die uns in diesen Tagen vielleicht überkommt, haben wir ein Mittel:

Klick auf unseren neuen Button „Audio“ ….  und hör einfach mal rein.

Viel Spaß !

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Auswanderer

Auswanderer

In dem „Wochenblatt für die Grafschaft Schaumburg“ vom 24. März 1864 fand ich nachstehende Anzeige des Rodenbergers Phil. Behrend.

Da kam mir die Erinnerung an einen Bericht aus dem Jahre 1846 aus der Chronik Algesdorfs. In jenem Jahr waren in fast ganz Europa die Ernten infolge anhaltender Nässe missraten. Auch hier bei uns gab es nur schlimme Missernten. Besonders groß wurde die Not im Frühjahr 1847. Es fehlten Kartoffeln, Brotgetreide und das Viehfutter. Der Lebensmittelpreis verdreifachte sich. Der Himpten Roggen, etwa 30l, stieg von 30 Groschen auf einen Taler. Wenig Arbeit ergab auch wenig Lohn. Um zusätzliche Arbeit zu generieren ließ man in Schaumburg-Lippe von der Fürstin Ida, den Ida Turm im Harrl und den Wilhelms Turm auf dem Rehburger Berge errichten. Bei uns wurden viele Tagelöhner und Arbeiter aus dem Steinbruch von den hiesigen Bauern unterstützt. Diesen Nahrungssorgen und dem geringen Verdienst ist es wohl zuzuschreiben, dass viele Bürger Algesdorfs nach Amerika auswandern wollten. Die Tischler im Dorf und in der Stadt Rodenberg hatten im Frühjahr 1847 nichts anderes zu tun als Kisten und Kästen für die Amerikafahrer zu zimmern.

Am 5. Juni 1847 zogen 28 Personen von hier fort. Eine große Begleitung von Freunden und Bekannten zog mit ihnen bis nach Haste zum Bahnhof und dem Zug nach Bremen.

In den Folgejahren bis zum Jahrhundertwechsel waren es insgesamt mehr als 50 Personen die ihr Glück in Amerika suchten.

Die Ernte im Herbst 1847 war dagegen wieder gut und machte der herrschenden Hungersnot ein Ende.

 

Was wissen wir über Philip Behrend?

Philip Behrend ist 1801 in Rodenberg als 5. Kind des Itzig Behrend ( 1765-1845 ) und seiner Frau Rebecca Isrelin aus Coppenbrügge ( 1771-1843 ) geboren.

Er wuchs mit 10 Geschwistern in dem Haus an der Aue auf.

Philip/Feibisch Behrend starb mit 83 Jahren 1884 in Rodenberg.

Von seinen Geschwistern sind zwei, nämlich Bernhard sein ältester Bruder und Julchen seine jüngste Schwester nach Amerika ausgewandert.

Itzig Behrend, der Chronist

Sein Vater Itzig Behrend hat das Leben seiner Familie in Rodenberg beschrieben und gehört somit zu den Chronisten, die im Museum ausgestellt werden.

Die Chronik bringt tagebuchartige Eintragungen der wichtigsten Ereignisse aus dem

Leben des Händlers Itzig Behrend. Er berichtet von Begebenheiten des öffentlichen und privaten Lebens aus den Jahren 1801 bis 1843, vor allem von den Auswirkungen des Napoleonischen Feldzuges.

Itzig Behrend wurde 1765 in ’Grove 65’ geboren. Nach Erwerb der Häuser zog er 1796 nach ’Grove 88’ und 1817 nach ’Mühlenstraße 15’ (heute Oberheide an der Steinaue – siehe Bild). Er hatte elf Kinder, von denen zwei schon im Alter von 5 und 10 Jahren starben.

 

Bernhard Behrend und der Juden-Distrikt in Amerika

Itzigs ältester Sohn Bernhard, geb. 1793, hatte den Plan einen Distrikt in Nord-Amerka zu kaufen, damit sich die jüdischen Glaubensbrüder dort niederlassen können. Er nahm mit verschiedenen wohlhabenden Juden, die im Bankgeschäft bedeutend waren, Kontakt auf; hatte jedoch keinen Erfolg.

1847 bietet Bernhard Behrend freiwillig sein Haus und seine Ländereien an Meistbietende zum Verkauf an um auszuwandern.

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Die ganze Welt ist in Aufruhr …

… und unser Leben wird sich für einige Zeit ändern ! Wir alle müssen in den nächsten Wochen und Monaten mit Einschränkungen leben  –    das gilt auch für das Museum und die Windmühle. Aufgrund des Ansteckungsrisikos bleiben diese Gebäude für Besucher verschlossen, ebenso werden leider alle geplanten Veranstaltungen bis auf Weiteres abgesagt. Es entfallen z. Z. auch die regelmäßigen Arbeitskreis-Treffen sowie die Vorstandssitzungen und somit wird es ruhiger im Vereinsleben. Selbstverständlich können Sie telefonisch oder per Mail mit uns in Kontakt treten um evtl. Anfragen abzuklären.

Richten wir doch den Blick nach vorne und schauen zuversichtlich auf die Zeit nach der Corona-Krise, wenn wir gemeinsam als Team wieder aktiv werden können.

Gehen Sie achtsam miteinander um und bleiben Sie gesund !!!

 

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Foyer kann nur noch über …

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Jahreshauptversammlung 2020

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Jahreshauptversammlung 2020

Zu unserer diesjährigen Jahreshauptversammlung laden wir die Mitglieder der Museumslandschaft Amt Rodenberg e.V. recht herzlich ein. Wir treffen uns am
Donnerstag, 05. März 2020, um 19.00 Uhr
im ältesten und einem der beeindruckensten Räume von Rodenberg, im Gewölbekeller des Ständehauses, auf ein Glas Sekt/O-Saft/Wasser.
Die anschließende Sitzung wird im Museum fortgesetzt.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

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„Unzensiert“, oder warum Julius Rodenberg in Vergessenheit geriet.

Fotokameras klicken, Handys werden hochgehalten, Filmkameras filmen mit viel Licht um die Wette und wenn man sich nicht schnell genug verdrückt wird einem ein Mikrofon vor den Mund gehalten – oft in Verbindung mit einer dieser Kameras.

Es ist der 20.02.2020. Schon das Datum ist magisch. Wo sind wir? Im Pressehaus der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, welches als DIE Drehscheibe des Madsack-Konzerns gilt. Im Madsack-Konzern werden mehrere Zeitungen, u.a. auch die hiesigen Schaumburger Nachrichten, verlegt. Anlass ist die Verleihung des diesjährigen Schülerzeitungspreises „unzensiert“ unter der Schirmherrschaft des anwesenden nieders.

Unzensiert Preisverleihung der Jungen Presse Niedersachsen in der Ellipse des Madsack-Verlagshauses am 20. Februar 2020.

Ministerpräsidenten Stefan Weil. Die Julius-Rodenberg-Stiftung des Rodenbergers Norbert Jahn ist seit vier Jahren Stifter der Geldpreise für den Wettbewerb und dessen Vorläufer. Auch in diesem Jahr sind wieder insgesamt 3.500€ ausgelobt. Über die Verteilung entscheidet eine hochkarätig besetzte 10-köpfige Jury.

Nach vielen Jahren des Sponsorings der JR-Stiftung kam in diesem Jahr seitens der Veranstaltern der Wunsch auf, etwas über den Namensgeber der Stiftung, Julius Rodenberg, zu erfahren. Diese Aufgabe übernahm ich gerne. Die Vorstellung erfolgte in Form eines kleinen Interviews. Meine Antwort, nämlich die auf die Frage „warum ist Julius Rodenberg in Vergessenheit geraten“ gebe ich hier stellvertretend für die anderen Antworten und aus dem Gedächtnis wieder:


(…) „Erwähnenswert ist auch das Wirken Julius Rodenbergs als Liedtexter: Die „Albrecht Familie“, eine frühe Form der „Kelly Family“, hat 1978 das von Julius Rodenberg getextete Lied „Wohlauf in Gottes Welt“ interpretiert. Die dazu erschienene LP hat ebenso diesen Titel.
Der Chef der Band war ein Ernst Albrecht – nebenbei Ministerpräsidenten von Niedersachsen. Ein weiteres Mitglied der Band ist übrigens die heutige EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Sucht mal bei Youtube nach den entsprechenden Stichworten…“

(Der Moderator wollte anschließend Herrn Weil fragen, ob er denn auch singen kann. Er hat es dann aber wohl vergessen …)

„Das war der lustige Teil der Geschichte und nun folgt der nicht so lustige zweite Teil …

Unzeitgemäße Lieder.
In der Zeitschrift des Nationalsozialistischen Lehrerbundes „Nationalsozialistisches Bildungswesen“ wird in einem Beitrag von 31. Jan. 1931 eine Reihe von Liedern genannt, „die zwar noch heute in den Liederbüchern der Schulen und Gesangvereine enthalten
sind, die aber, da sie von Juden gedichtet und vertont wurden, nicht mehr gesungen werden sollten.“ Darunter werden folgende Lieder genannt: „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“ (von Heinrich Heine(!)), „Dem Vaterland, das ist ein hohes helles Wort“, „Zu Straßburg auf der Brück“, „Nun zu guter Letzt“, „Wohlauf in Gottes schöner Welt“, „Nun bricht aus allen Zweigen“ (beide J. Rodenberg).

So einfach konnte man aber die Sing-Gewohnheiten der Deutschen nicht ändern. Als Lösung des Problems wurde in den Liederbüchern der Hitlerjugend, des „Bund deutscher Mädchen“ u.a. die tatsächlich jüdischen Urheber mit „Text: mündlich überliefert“ oder „Volksweise“ ersetzt.
Neben dem Holocaust an den damals lebenden Juden gab es auch ein weiteres, bis heute unbeachtetes Kapitel: Die Verdienste der längst verstorbenen Juden, welche über Jahrhunderte die deutsche Kultur geprägt haben, wurden nachträglich vernichtet.

Ok, das war weitgehend bekannt. Um so erstaunlicher ist es, dass noch heute solche unkorrigierten Text- und Notenblätter angebotenen werden, in denen der tatsächliche jüdische Urheber nicht genannt wird. Und das sind nicht wenige….“


Rodenberg, die Stadt genauso wie Julius war jedenfalls in aller Munde. Unter der Anwesenheit von den Bürgermeistern Ralf Sassmann (Rodenberg), Marlies Matthias (Bad Nenndorf) und weiteren Amtsträgern wurden die Preisträger, u.a. die Nienstädter Grundschule aus Schaumburg ausgezeichnet. Ministerpräsident Stephan Weil berichtete bei der Preisverleihung, dass er früher selbst in einer Schülerredaktion mitgearbeitet hat. „Da hat es durchaus gelegentlich Ärger gegeben, wenn wir kritische Artikel über die eigene Schule hatten“, sagte Weil. Ihm selbst habe die Teamarbeit in der Redaktion aber „sehr geholfen bei meinen weiteren Stationen“.

Das Medienecho war enorm. Neben der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung berichtete u.a. der NDR unter Niedersachsen 18.00 Uhr und hier, sowie das Schaumburger Wochenblatt über die Veranstaltung. Ein Beispiel dafür, wie man mit relativ wenig Aufwand Werbung für Julius R. und die Stadt Rodenberg machen kann. Bleibt zu wünschen, das sich beim nächsten Wettbewerb noch mehr Schaumburger Schulen bewerben. Vielleicht auch aus Rodenberg?

Übrigens: Zu meiner Zeit hieß die Rodenberger Schülerzeitung „Mosaik“   ;o)
Ihr Rudolf Zerries

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